Vor dreizehn Jahren entstand die erste meiner Drahtskulpturen. Bis zu diesem Ergebnis war es kein kurzer Weg. Aus der Tradition der Figur kommend, denn meine Lehrer waren die Bildhauer Theo Balden, Werner Stötzer und Wieland Förster, veränderte sich meine Sichtweise auf die Bildhauerei schon während der Meisterschülerzeit an der Akademie der Künste sehr und wurde im Verlauf mit den Ereignissen um 1989/90 (der Fall der deutsch-deutschen Mauer)und den sich daraus ergebenden Veränderungen der Gesellschafts-und Lebensverhältnisse gravierend aus ihrer klassischen Ruhe gerissen.

Das Drahtgeflecht, auf der Rolle erhältlich, wandelte ich in plastische Körper um und begann daraus zuerst die geometrischen und später die organischen Formen zu bauen. Die aus Drahtgeflecht bestehenden Arbeiten erscheinen weich und luftig wie Wolle. Berührt man sie, spürt man einen Widerstand, hart, kühl und stachelig. Zu der unterschiedlichen Erfahrung in der Wahrnehmung kommt der transzendente Charakter, den viele der Arbeiten ausstrahlen.

Die Formen mit denen ich arbeite, finde ich größtenteils in der Natur. Sie stehen paritätisch zu den geometrischen Grundformen, die ich in der monumentalen Architektur wie der Pyramide oder dem Obelisk fand. Diese Körper übersetze ich mit dem fragilen, durchscheinenden Material in etwas anderes, neues. Sie verändern ihre Erscheinung. Gegensätzliches durchdringt sich. Mir scheint dieser Vorgang passend in unsere kühle multimediale Welt.